Durch eine gemeinsame Initiative der in der Fakultät für Geschichtswissenschaften vertretenen Institute hat sich ein interdisziplinäres Zentrum für Mittelmeerstudien etabliert, das einen übergreifenden Forschungsschwerpunkt entwickelt hat. Die Fakultät kooperiert zudem eng mit dem Institut für soziale Bewegungen (ISB) und dem Deutschen Bergbaumuseum (DBM) bei der Entwicklung gemeinsamer Forschungsschwerpunkte, mit den Kunstsammlungen und der Stiftung Situation Kunst sowie mit der Fakultät V beim Aufbau eines neuen MaRS-Schwerpunkts. Sie beteiligt sich darüber hinaus an den geschlechterhistorischen Forschungsinitiativen des Marie Jahoda Center for International Gender Studies sowie an der weiteren Entwicklung des religionswissenschaftlichen Schwerpunkts des Käte-Hamburger Kollegs und des Centrums für Religionswissenschaftliche Studien (CERES).
EMPATHIA³ ist ein Forschungsverbund. Unser Ziel ist es, angehende Polizist/-innen und Lehrer/-innen im Umgang mit Antisemitismus zu professionalisieren. Dazu entwickeln, implementieren und evaluieren wir ein Kerncurriculum zur Antisemitismusprävention. Neben diesem Kerncurriculum erarbeiten wir einen digitalen Test zur Erfassung von Wissen, Kompetenzen und Einstellungen zum Thema jüdisches Leben und Antisemitismus, sowie ein Kursprogramm für die beiden Zielgruppen.
Verbundprojektleiterin / Teilprojekt HiMaVi: Nicola Brauch
Das interdisziplinäre Verbundprojekt „Kulturen des Kompromisses“ erforscht epochen- und kulturvergleichend die sozioökonomischen, politisch-rechtlichen und kulturellen Voraussetzungen von Kompromissen. Damit bearbeitet das Projekt eine große Forschungslücke, denn zu den Faktoren, die Kompromisse ermöglichen oder fördern, gibt es bisher kaum systematische Forschung. Mehr als 30 Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Disziplinen der Universitäten Duisburg-Essen, Münster und Bochum führen ihre Expertisen zusammen, um die Voraussetzungen von Kompromissen nicht nur in den Gegenwartsgesellschaften westlicher Demokratien, sondern auch in den Gesellschaften vergangener Epochen und in anderen kulturellen Kontexten zu untersuchen – die Vergleichsfälle sind Japan und Israel.
Ziel des Forschungsverbundes ist es, Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen zusammenzubringen, um Kompromisse in verschiedenen Kontexten, Kulturen und Epochen zu untersuchen.
Wissen - Glauben - Behaupten. Das Graduiertenkolleg untersucht Wahrheitsproduktion und Wahrheitsdurchsetzung zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert. Es analysiert einerseits, wie annehmbar gemacht und durchgesetzt wird, was als wahr gelten und was mithin Sprechen, Denken, Handeln und Entscheiden anleiten soll. Andererseits steht die Frage im Zentrum, wie in Bildern, Theaterstücken und Texten Wahrheitsproduktion beobachtet und reflektiert wird.
Stellvertretender Sprecher: Prof. Dr. Ulrich Rehm
Das Iranische Hochland: Bergbauregionen und Salzmänner
Das aktuelle Forschungprojekt "Mining Regions of the Central Plateau" ist Teil des Schwerpunktprogramms "The Iranian Highlands - Resilience and Integration in Premodern Scocieties" (SPP 2176) der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Das iranische Hochland spielt in vielen Epochen der kulturellen Entwicklung in der weiteren Region eine zentrale Rolle. Die Highland-Gesellschaften standen in engem Kontakt mit den umliegenden Regionen, mit denen wiederholt politische und wirtschaftliche Beziehungen aufgebaut wurden.
Ansprechpartner: Thomas Stöllner
Das Teilprojekt "Normative Bildräume. Virtuelle und Imaginäre Dynamiken" widmet sich der Untersuchung vormoderner Virtualität in Räumen und Bildmedien der politischen Verhandlung und didaktischen Ausbildung. Das dem Virtualitätsbegriff zugrundeliegende vormoderne Verständnis von virtus als Tugend, Kraft, Möglichkeit, oder Fähigkeit im Sinne von virtuositas, wird als Bewegungs- und Körpermodell analysiert über das normative Ordnungen generiert werden. Mit dem Phänomen des ‚normativen Bildraumes‘ werden künstlerisch gestaltete immersive und imaginäre Umgebungen in den Blick genommen, in denen beispielhaft die Verschränkung einer Orientierung in Raum und Zeit (sinnliche Wahrnehmung) und einer Orientierung an gemeinsamen Werten (normatives Handeln) historisch bestimmt werden soll.
Ansprechpartnerin: Carolin Behrmann
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Das ebenfalls im Sonderforschugnsbereich 1567 verankerte Teilprojekt (Lebens-)Weltbezug in VR-Kunstwerken erforscht die aktuelle Konjunktur immersiver Virtual Reality-Kunst ausgehend von datenbrillenbasiert begehbaren, welt(en)bildenden Werken. Zusammen mit zwei weiteren Forscher*innen wird anhand von VR-Installationen, -Performances und -Ausstellungsumgebungen, wie objekthafte Interfaces, partielle Körpervollzüge und dezentrierende, empathische Interaktionen Übergänge zur Lebenswelt schaffen untersucht.
Teilprojektleiterin: Annette Urban (Sprecherin in der 2. Projektphase)
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Im Projektbereich B Wissen untersuchen die Wissenschaftliche Mitarbeiterin Lena Ciochon und Prof. Dr. Christian Bunnenberg zusammen mit Kolleg*innen aus der Mediävistik im Teilprojekt B02 Virtuelles Mittelalter - Geschichtswissenschaft, Geschichtskultur, Public History den Einsatz und die Rolle virtueller Objekte bei der Erforschung und Vermittlung von Gegenständen der Mittelalterlichen Geschichte. Dabei wird die Nutzung virtueller Objekte im fachwissenschaftlichen Rahmen kritisch aufgearbeitet und mit Praktiken der Vermittlung an breitere Öffentlichkeiten (in Ausstellungen etc.) sowie in didaktischen Kontexten in Beziehung gesetzt. Ziele sind die Bestandsaufnahme und Reflexion der existierenden Praktiken, die Untersuchung des Einflusses auf die fachwissenschaftliche Methodendiskussionen sowie die Auswirkungen auf die Wahrnehmung historischer Inhalte in neuen Medien (VR, AR).
Teilprojektleiter sind Christian Bunnenberg
Die Geschichte des Östlichen Europas bildet einen der Schwerpunkte am Historischen Institut und zeichnet sich durch eine außergewöhnliche thematische und räumliche Breite aus. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen den Professuren für Osmanische Geschichte, Osteuropäische Geschichte, Deutsche Kultur und Geschichte im östlichen Europa und die Juniorprofessur für Europäische Geschichte wird ein geographischer Raum in den Blick genommen, der von Nordostasien über den postsowjetischen Raum bis zur Ostsee und dem Mittelmeer reicht. Die enge Zusammenarbeit mit der Martin-Opitz Bibliothek, dem Zentrum für Mittelmeerstudien, dem Centrum für religionswissenschaftliche Studien und dem Institut für soziale Bewegungen verleiht diesem Schwerpunkt eine zusätzliche inhaltliche Vielfalt. Alle Professuren sind Teil des Osteuropa-Kollegs NRW und betreuen Studierende im Masterstudienschwerpunkt Osteuropastudien mit Praxisbezug.
Ansprechpartner*innen:
Markus Koller
Heidi Hein-Kircher
Sören Urbansky
Jan-Arend de Graaf
Die finanzielle Krise Südeuropas, die gewaltsamen Transformationen im Maghreb und im Nahen Osten sowie die Migrationsbewegung aus Afrika und Asien nach Europa haben den Mittelmeerraum erneut ins Blickfeld der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften gerückt. International ist die Region seit langem Gegenstand unterschiedlicher Disziplinen.
Das Zentrum für Mittelmeerstudien (ZMS) bündelt die Fächer und Epochen übergreifende Mittelmeerforschung im deutschsprachigen Raum. Im Kontrast zu den „Mediterranismen“ des Kolonialismus und der Zeit des Kalten Krieges postuliert es keine Einheit, Kontinuität, Spezifik oder Singularität der Region. Vielmehr fasst es den Mittelmeerraum im Sinne der Cross Area Studies als eine Kontaktzone Afrikas, Asiens und Europas, die mit anderen fluvialen, maritimen und terrestrischen Interaktionsräumen vergleichbar ist und verflochten war.
Vorstand: Prof. Dr. Markus Koller, Jun.-Prof. Dr. Verena Krebs, Prof. Dr. Constance von Rüden, Apl. Prof. Dr. Kristine Platt, Dr. Margit Mersch