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Forschungsschwerpunkte der Fakultät für Geschichtswissenschaften

Die vielgestaltigen Forschungsinteressen innerhalb der Fakultät für Geschichtswissenschaften spiegeln sich in einer großen Anzahl an Projekten und Veranstaltungen, Ansätzen und Kooperationen wider.

Es haben sich dabei Schwerpunkte herausgebildet, die aus dem Austausch der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entstanden sind und gemeinsame Reflexionen bündeln, um auf diesem Weg über einen längeren Zeitraum die interdisziplinäre Diskussion innerhalb größerer Forschungsfelder anzuregen, neue Ansätze zu erproben und gemeinsame Projekte entstehen zu lassen.

Die Schwerpunkte, die derzeit die Forschung der Fakultät prägen, befassen sich mit Fragen nach einem neuen, komplexeren Verständnis von Ressourcen und ihrer Nutzung in transepochaler Perspektive (Resources in Transformation), nach dem historisch kontextualisierten Umgang mit der Herausforderung durch multiple globale Krisen (DisOrder) und der Rolle gesellschaftlicher, künstlerischer und musealer Praktiken für das soziokulturelle Gedächtnis (Doing memory).

Eingehendere Informationen zu den Forschungsschwerpunkten finden Sie hier.

Resources in Transformation

Im klassischen Sinne werden Ressourcen gern als passive Objekte in der Umwelt des Menschen betrachtet, der sich diese zu Nutzen macht. Das ReForm-Projekt bricht dieses Bild auf und zeigt, wie Menschen und Ressourcen mit ihrer Umwelt verwoben sind. Hierdurch entstehen soziale Praktiken die sich im Laufe der Zeit ändern und neue Verflechtungen eingehen. ReForm strebt frische Theoriediskussionen an, die sich auf verschiedene Einzelstudien stützen. Im Zusammenspiel mit empirischen Datenerhebungen werden durch diese neuen theoretischen Perspektiven die Komplexität dieser Verflechtungen aufgezeigt sowie deren Veränderlichkeit oder Beharrung diskutiert. Diese Ergebnisse können als Inspirationen für die Bewältigung gegenwärtiger Herausforderung im Zusammenhang mit Georessourcen dienen.

Ansprechperson: Thomas Stöllner
Link zur Projektseite: https://reform.ressourcencampus-bochum.de/

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Dis:Order - Eine Gegenwartsdiagnostik

Es ist ein Topos der Gegenwartsdiagnostik, dass wir in unsicheren Zeiten leben. Aber vielleicht ist das ja eigentlich die Rückkehr zu einer Situation, die historisch eher der Normalfall ist? Anders gefragt: War die moderne Diagnose eines Zustands von „Ordnung“ – etwa diejenige nach dem Zweiten Weltkrieg – fehlerbehaftet, tendenziell europazentriert, primär politisch gedacht und von politischer Hoffnung getragen und daher von fehlender globaler Gültigkeit? Ist im Gegenteil Unordnung die Norm in der Geschichte menschlicher (und nicht-menschlicher) Zusammenhänge?

Als sich noch in Formierung befindlicher Forschungsschwerpunkt will Dis:Order unserem Verständnis von Geordnetheit und der Wahrnehmung ihrer Störung aus historischer Perspektive auf den Grund gehen und deren Fundamente befragen. Im Mai 2025 wurde ein Kick-off-Workshop organisiert, um das Konzept zur ersten Diskussion zu stellen. Im Wintersemester 2025/26 fand darauf aufbauend eine gemeinsame Ringvorlesung zu diesen Themen statt, die alle vertretenen Epochen und Regionen in Form von Vorträgen einschloss (https://www.dis-order.net/programm-derringvorlesung). Es ist vorgesehen, ab dem Wintersemester 26/27 ein wechselseitig organisiertes und von den beteiligten Kolleginnen und Kollegen bespieltes Colloquium zu Dis:Order einzurichten.

Ansprechpersonen: Sandra MaßFrank Uekötter, Christian Wendt

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Künstlerische, museale und gesellschaftliche Praktiken

Doing Memory - Erforschung der Rolle gesellschaftlicher, künstlerischer und musealer Praktiken für das soziokulturelle Gedächtnis.
Der Forschungsschwerpunkt verdeutlicht, dass Erinnern aktiv hergestellt wird und beschreibt gleichzeitig einen praxistheoretischen Zugriff auf das kollektive Gedächtnis. „Doing memory“ richtet demnach den analytischen Fokus auf das situierte (also lokalisierbare), relationale Arrangement von Akteuren, Umwelten und semiotisch-materiellen Ressourcen, die Erinnerungsarbeit ermöglichen und tätigen. Der Ansatz erlaubt das Zusammenkommen unterschiedlicher Schwerpunkte in einem gemeinsamen Forschungsbereich, auch durch ein multidirektionales Geschichtsverständnis.

Ansprechpartnerinnen: Carolin Behrmann, Tahini Nadim


Weitere Forschungsfelder

Zusätzlich bieten alle drei Institute der Fakultät ein eigenes disziplinär geprägtes Forschungsprofil, das sich vielfach interdisziplinär öffnet und/oder sich von der Einzelforschung abhebt.